Die Kapelle
Die Bonaforther Kapelle besteht aus einem massiven Unterbau aus Bruch- und Quadersteinen und einem darauf stehenden Fachwerkbau, der im 17.Jh. vom Lehnsmann Heinrich von Siegel errichtet worden sein soll. Tatsächlich befindet sich an einem Fachwerkbalken an der Ostseite die einfache Inschrift 1665. Das genaue Alter des massiven Unterbaus der Kapelle ist nicht schriftlich belegt, jedoch war bereits im Jahre 1529 der Pfarrer von St. Blasii zu Münden für die kirchliche Versorgung von Bonaforth zuständig.
Die Jahreszahl 1784 über der Kirchentür nennt wahrscheinlich das Jahr der Verlegung des Eingangs von der Südseite zur westlichen Giebelseite.
Im April 1945 erlitt die Kapelle erhebliche Schäden am Dach und am Glockenturm. Der Dachreiter wurde 1946 wieder aufgebaut.
Die Bronzeglocke im Dachreiter der Kapelle wurde im Jahr 1724 von Johann Friedrich Anton Storch in Kassel gefertigt.
In der Kapelle befindet sich das ehemalige Altarretabel, ein Altaraufsatz. Dieses Retabel besteht aus zwei Gemälden und stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert.
Der Taufstein der Kapelle trägt die Jahreszahl 1771.

Die Gruft
Unter dem Fußboden der Kapelle wurde 1969 eine Totengruft entdeckt, die im Jahre 1692 durch die Witwe des Heinrich von Siegel angelegt und mit Psalmen und Sprüchen verziert worden war. Die Grabinschrift an der Westwand lautete:
"Anno 1692 Den 12ten Septembris ist dis Gewölbe von mir Frieda Maria, Gebohrne von Harling, Obristin Witwen von Siegel verfertiget, und meiner Tochter Kind zum ersten hinein setzen laßen."

Im Kirchenbuch von St.Blasii ist am 12.4.1692 die Geburt von Maria Catharine Sophie verzeichnet. Sie ist das erste Kind des Hauptmanns Friedrich von Harling, der im Jahre 1691 Sophie Charlotte Elisabeth von Siegel geheiratet hatte. Vermutlich starb dieses Kind bald nach der Geburt und wurde in der Gruft bestattet.