Das Rittergut

Alter Überlieferung nach soll in Bonaforth eine Kemenade, ein festes Haus, als Vorwerk des Mündener Königshofes gestanden haben, das die Furt durch die Fulda sichern sollte. Diese Kemenade, so heißt es, sei beim Einfall des Erzbischofs Gerhard von Mainz und eines Ritters von Eberstein zerstört worden (Lotze: Geschichte der Stadt Münden).

Im Jahre 1382 gab Herzog Otto der Quade seinem Burgmann Besecke von Harste die Erlaubnis, in Bonaforth eine Kemenade als Grenzsicherung gegen Hessen aufzubauen. Der Landesherr versicherte dem Rat der Stadt Münden "der Stadt und ihren Rechten keinerlei Schaden zuzufügen" und im Notfall sogar die Burg wieder niederzulegen.

Die Lehnsträger des Gutes wechselten in den folgenden Jahrhunderten häufig. Einige Lehnsmänner sollen hier genannt werden:

Der Obrist-Lieutnant Heinrich von Siegel, der in schwedischen Diensten stand, kaufte 1639 das Lehngut. Er baute sich ein großes Haus, den "Alten Hof", der seit dieser Zeit Rittersitz war.

                        

1718 kam das Gut an Christoph Mordian von Berlepsch, in dessen Familie es bis 1832 blieb.

Als in den Jahren 1772-1778 die neue Chaussee von Hannover nach Kassel gebaut wurde, errichtete man an dieser neue landwirtschaftliche Gebäude und ein Wohnhaus, das "Neue Haus". Es bekam eine "Vorspann- und Schankberechtigung".

Nachdem das Gut als erledigtes Lehn an den König von Hannover zurückgefallen war, wurde es 1869 an die Gemeinde und den Ökonom Louis Schubert verkauft.

1945 wurde der "Alte Hof" durch Panzerbeschuss zerstört.