Die Ziegelei

Im Jahre 1382 wird erstmals die Ziegelei der Stadt Münden in Bonaforth erwähnt. Vermutlich betrieb die Stadt hier bereits seit ihrer Gründung im 12. Jh. eine Ziegelhütte. Die großen Lehm- und Tonvorräte in Bonaforth wurden zur Herstellung von Ziegeln und Backsteinen für die Mündener Häuser genutzt. Um die Ziegelhütte herum entstand eine Ansiedlung von Ziegelbrennern.

Die städtische Ziegelei hatte mehr als 500 Jahre ein "Tonstichrecht" in sämtlichen Gutsländereien. Dieses war immer wieder Gegenstand vieler Verhandlungen, wobei alle Prozesse zugunsten der Ziegelei ausfielen. Der Besitzer der Ziegelei konnte somit jederzeit auf jedem der belasteten Grundstücke entschädigungslos die Ton- und Lehmvorkommen abbauen. Dieses Recht wurde bei Anlegung des Grundbuchs bei den betreffenden Grundstücken eingetragen.

                           

Erst als im Jahre 1962 die Gemeinde Bonaforth die stillgelegte Ziegelei kaufte, wurde das Tonstichrecht, das auf dem Grundbesitz vieler Bonaforther Bürger lastete, endgültig gelöscht. Die Gebäude und Trockenschuppen wurden von der Gemeinde abgerissen. Heute erinnert nichts mehr an die Ziegelei, die zu den ältesten Ziegeleien Deutschlands zählte.

In den Jahren zwischen 1870 bis 1930 gab es noch weitere Ziegeleien, die jedoch nur ihre eigenen Ländereien ausbeuten durften. Diese Ziegeleien konnten nur wenige Jahre existieren.